Mitten im See – die Insel Visingsö

Wer Schwedens schöne unberührte Natur erleben will, sollte unbedingt einen Tag auf der Insel Visingsö verbringen. Von Jönköping aus fährt man rund eine Stunde mit dem Bus nach Gränna. Allein die Fahrt wäre schon einen Ausflug wert, weil man direkt am See lang vorbei an vielen Apfelplantagen fährt.

Die Fahrt mit der Fähre von Gränna aus dauert dann nochmal rund eine halbe Stunde. Pro Fahrt zahlt man nur 2,50 Euro.

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Visingsö ist mit rund 25 Quadratkilometern die größte Insel im Vätternsee. Am Bekanntesten ist die Burgruine auf Visingsö, die nur wenige Meter vom Anleger entfernt ist. Die Burg wurde von 1573 bis 1662 gebaut. Ab 1715 wurden hier unter König Karl XI die Kriegsgefangenen eingesperrt. Aber schon drei Jahre später wurde die Burg durch einen Großbrand komplett zerstört, angeblich haben die Gefangenen selbst das Feuer gelegt.

Vorbei am Schloss kann man durch den Wald direkt am Wasser lang gehen – Visingsö ist der perfekte Ort für einen sonnigen Herbstspaziergang!

Besonders schön sind die vielen alten Bootshäuser. Dort erlebt man Schweden, wie Astrid Lindgren es in ihren Büchern beschreibt.

Eine Sauna direkt am Wasser: Auf Visingsö würde ich sofort Urlaub machen!dsc_1672

 

 

 

 

Der Taberg

Wer eine schöne Aussicht über die Landschaft im Småland genießen möchte, der sollte den Taberg hoch wandern. Er liegt etwa zehn Kilometer von Jönköping entfernt und ist leicht mit dem Bus zu erreichen.

Von der Haltestelle geht’s erstmal rund 300 Meter den Berg hoch – angefangen bei einer Kuhweide.

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Die Aussicht von 300 Metern Höhe ist so gut, dass man bis zum Vättern sehen kann, der bei gutem Wetter kaum vom blauen Himmel zu unterscheiden ist. Von oben wurde mir auch das erste Mal so richtig klar, dass abgesehen von Jönköping und Huskvarna hier eigentlich nur Wälder und Seen sind.

Ganz oben auf dem Berg ist ein kleines Restaurant mit einer Aussichtsplattform, es gibt aber auch Picknicktische.

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Bergab geht’s dann vom Restaurant aus mitten durch den Wald.dsc_1352

 

 

 

 

 

Wie am Meer

Der Vätternsee ist Schwedens zweitgrößter See – und für mich auch das Beste an Jönköping. Er ist 135 Kilometer lang und 30 Kilometer breit. Damit hat er eine Gesamtfläche von fast 2000 Quadratkilometern und ist ungefähr vier mal so groß wie der Bodensee. Als ich am Vättern Strand in der Sonne lag, hatte ich deshalb auch nicht das Gefühl am See zu liegen, sondern am Meer.

Hier bei Jönköping ist der Vättern mit 126 Metern am tiefsten. Deshalb ist das Wasser immer sehr kalt. Vor allem ist es aber total klar und sauber, man kann es sogar trinken.

Ich habe eine Bootstour mitgemacht, was ich nur jedem empfehlen kann. Selbst weit draußen auf dem See hat man das Gefühl, dass er einfach kein Ende hat. Man sollte unbedingt mit dem Boot an der Küste Huskvarnas, der Nachbarstadt Jönköpings, halten. Da das Wasser so klar ist, kann man erkennen, dass dort viele Steine unter der Wasseroberfläche liegen. Diese sind die Spitze einer riesigen Steinpyramide, unter der die Bewohner Jönköpings in der Bronze- oder Eisenzeit ihre Toten begraben haben. Im See befindet sich also ein riesiges Massengrab.

Er ist aber trotzdem alles andere als gruselig, sondern einfach unglaublich schön.

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