Schweden wie im Bilderbuch – Ein Tag auf der Insel Vrångö

Die vielen Inseln mitten in der Nordsee, die kleinen roten Häuser und die unglaublich schöne Natur – Auf der Insel Vrångö erlebt man Schweden von der schönsten Seite. Wer in Göteborg ist, sollte unbedingt einen Tagesausflug zu den Schäreninseln vor der Küste machen. Für mich sind sie das Beste, was ich bisher in Schweden gesehen habe!

Vom Stadtzentrum aus kann man ganz einfach innerhalb einer Stunde mit der Straßenbahn oder dem Bus zur Küste fahren. Wir sind zu den südlichen Schäreninseln gefahren, dafür muss man mit der Bahnlinie 11 bis zur Endstation Saltholmen fahren. Von da aus geht es dann mit der Fähre weiter zu den Inseln. Das Ticket, das man in der Bahn für nur drei Euro kaufen kann, ist 90 Minuten gültig und zählt auch als Fahrkarte für die Fähren.

Dann muss man sich für eine der fast 15 Inseln entscheiden, die die Fähren anfahren.Wir sind zur größten südlichsten Insel Vrångö gefahren. Die Fahrt dauert rund eine Stunde. Bei schönem Wetter kann ich nur jedem empfehlen, draußen auf dem Deck zu bleiben. Die Aussicht ist einfach super!

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Das Besondere an den südlichen Schäreninseln ist, dass die Bewohner hier das ganze Jahr leben und keiner von ihnen ein Auto hat. Sie fahren lieber mit kleinen Caddys, wie wir sie vom Golfen kennen, durch die Gegend.

Zwei größere Inseln, Donsö und Styrsö, sind durch eine Brücke verbunden. Ansonsten sind alle mit dem Boot oder eben mit ihren Caddys unterwegs.

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Auf Vrångö angekommen, sind wir einfach Richtung Dorfmitte gelaufen und haben uns an einem kleinen roten Haus auf einem Hügel orientiert. So groß ist die Insel schließlich auch nicht. Ein kleiner, aber wichtiger Tipp an dieser Stelle: Vielleicht sollte man – anders als wir es getan haben – erstmal gucken wann die Schiffe vom Hafen zurückfahren, bevor man die Insel erkundet.

Das rote Haus war lange das sogenannte Lotushaus der Insel. Lotsen halfen Schiffen bei der Ein- und Ausfahrt in den kleinen Hafen der Insel und retteten auch Schiffe in Not. Ihr Beruf galt als besonders hart, da sie auch bei stürmischen Wetter immer draußen beim Hafen sein mussten. 1931 wurden aber letztendlich alle Lotsen von der Insel abgezogen. Doch noch dreißig Jahre lange wurde das Haus von der Zollverwaltung genutzt.

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Heute lohnt sich der Weg zum Lotushaus allein wegen der schönen Aussicht über den Hafen. Von dort aus kann man dann auch einen langen Spaziergang entlang des Ufers machen oder im Naturreservat der Insel quer durch die Heide spazieren.

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Ein Spaziergang durch Göteborg

Mit über 500.000 Einwohnern ist Göteborg Schwedens zweitgrößte Stadt – und definitiv auch eine der Schönsten!

In Göteborg kann man super shoppen, in einem der vielen kleinen Cafés und Restaurants lecker essen oder einfach zu Fuß die Stadt erkunden, wie wir es getan haben.

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Mitten im See – die Insel Visingsö

Wer Schwedens schöne unberührte Natur erleben will, sollte unbedingt einen Tag auf der Insel Visingsö verbringen. Von Jönköping aus fährt man rund eine Stunde mit dem Bus nach Gränna. Allein die Fahrt wäre schon einen Ausflug wert, weil man direkt am See lang vorbei an vielen Apfelplantagen fährt.

Die Fahrt mit der Fähre von Gränna aus dauert dann nochmal rund eine halbe Stunde. Pro Fahrt zahlt man nur 2,50 Euro.

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Visingsö ist mit rund 25 Quadratkilometern die größte Insel im Vätternsee. Am Bekanntesten ist die Burgruine auf Visingsö, die nur wenige Meter vom Anleger entfernt ist. Die Burg wurde von 1573 bis 1662 gebaut. Ab 1715 wurden hier unter König Karl XI die Kriegsgefangenen eingesperrt. Aber schon drei Jahre später wurde die Burg durch einen Großbrand komplett zerstört, angeblich haben die Gefangenen selbst das Feuer gelegt.

Vorbei am Schloss kann man durch den Wald direkt am Wasser lang gehen – Visingsö ist der perfekte Ort für einen sonnigen Herbstspaziergang!

Besonders schön sind die vielen alten Bootshäuser. Dort erlebt man Schweden, wie Astrid Lindgren es in ihren Büchern beschreibt.

Eine Sauna direkt am Wasser: Auf Visingsö würde ich sofort Urlaub machen!dsc_1672

 

 

 

 

Der Taberg

Wer eine schöne Aussicht über die Landschaft im Småland genießen möchte, der sollte den Taberg hoch wandern. Er liegt etwa zehn Kilometer von Jönköping entfernt und ist leicht mit dem Bus zu erreichen.

Von der Haltestelle geht’s erstmal rund 300 Meter den Berg hoch – angefangen bei einer Kuhweide.

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Die Aussicht von 300 Metern Höhe ist so gut, dass man bis zum Vättern sehen kann, der bei gutem Wetter kaum vom blauen Himmel zu unterscheiden ist. Von oben wurde mir auch das erste Mal so richtig klar, dass abgesehen von Jönköping und Huskvarna hier eigentlich nur Wälder und Seen sind.

Ganz oben auf dem Berg ist ein kleines Restaurant mit einer Aussichtsplattform, es gibt aber auch Picknicktische.

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Bergab geht’s dann vom Restaurant aus mitten durch den Wald.dsc_1352

 

 

 

 

 

Ich glaub‘ mich knutscht ein Elch

Während meiner Zeit hier in Schweden, wollte ich unbedingt Elche sehen. Bereits nach drei Tagen habe ich sie nicht nur gesehen, sondern gefüttert, gestreichelt – und ja, ich habe tatsächlich einen Elch geküsst. Deshalb kann ich auch nur jedem den Virum Elchpark empfehlen. Er liegt nahe Vimmerby im Småland. Allein der Weg zum Elchpark, der mitten im Wald versteckt liegt, ist ein Abenteuer. Meine Freundin und ich haben uns öfters gefragt ob wir überhaupt richtig sind, weil wir eine gefühlte Ewigkeit, teils auf unbefestigten Straßen, durch die Pampa gefahren sind.

Aber der Weg hat sich definitiv gelohnt! Während der Safaritour, durch den acht Hektar großen Park, sitzt man in einen der vielen offenen Wagen, die hinter einen großen Trecker gespannt sind.

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Schon nach wenigen Minuten sind die ersten Elche zu sehen. Sie haben aber nicht etwa Angst. Im Gegenteil. Schnell ist die ganze Elchherde versammelt und rennt neben den Wagen her. Nach ein paar Minuten Fahrt stoppt dann der Trecker, jetzt ist Zeit für die Fütterung – und das wissen die Elche ganz genau.

Ich habe die erste Tour am Tag mitgemacht, sodass die Elche da besonders hungrig waren. Sie haben überhaupt keine Angst vor Menschen, sondern stecken ihre großen Köpfe mit den riesigen Geweihen direkt in die Wagen hinein. Die Mitarbeiter des Elchparks haben dann auch Kartoffeln auf unsere Beine gelegt, wir waren am Ende also ganz schön voll gesabbert, also zieht Euch lieber alte Sachen an.

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Wer will, kann auch auf die Dächer der Wagen klettern und die Elche von oben beobachten. Ich bin aber lieber unten geblieben und habe sie gefüttert. Was ich echt beeindruckend fand war, dass die Mitarbeiter alle neun Elche beim Namen kannten und sie alle ohne Probleme unterscheiden konnten. Da gibts zum Beispiel Harald, den Anführer der Herde.

Mein absolutes Highlight der Elchsafari waren definitiv die zwei drei Monate alten, unglaublich süßen Elchbabys.

Für eine Elchsafari zahlt man umgerechnet ungefähr 15 Euro, das lohnt sich auf jeden Fall! Wer noch mehr über den Virum Elchpark wissen will, kann einfach die Website unter http://www.virummoosepark.se/vara_algar-de.asp besuchen.

 

 

 

 

 

Wie am Meer

Der Vätternsee ist Schwedens zweitgrößter See – und für mich auch das Beste an Jönköping. Er ist 135 Kilometer lang und 30 Kilometer breit. Damit hat er eine Gesamtfläche von fast 2000 Quadratkilometern und ist ungefähr vier mal so groß wie der Bodensee. Als ich am Vättern Strand in der Sonne lag, hatte ich deshalb auch nicht das Gefühl am See zu liegen, sondern am Meer.

Hier bei Jönköping ist der Vättern mit 126 Metern am tiefsten. Deshalb ist das Wasser immer sehr kalt. Vor allem ist es aber total klar und sauber, man kann es sogar trinken.

Ich habe eine Bootstour mitgemacht, was ich nur jedem empfehlen kann. Selbst weit draußen auf dem See hat man das Gefühl, dass er einfach kein Ende hat. Man sollte unbedingt mit dem Boot an der Küste Huskvarnas, der Nachbarstadt Jönköpings, halten. Da das Wasser so klar ist, kann man erkennen, dass dort viele Steine unter der Wasseroberfläche liegen. Diese sind die Spitze einer riesigen Steinpyramide, unter der die Bewohner Jönköpings in der Bronze- oder Eisenzeit ihre Toten begraben haben. Im See befindet sich also ein riesiges Massengrab.

Er ist aber trotzdem alles andere als gruselig, sondern einfach unglaublich schön.

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Michel aus Lönneberga

„Kinder wollen eine heile Welt, deshalb zeige ich in meinen Büchern, wie sie aussieht.“  – Astrid Lindgren

Eigentlich ist Michel ja gar nicht frech, sondern nur neugierig. Und eigentlich heißt Michel gar nicht Michel, sondern Emil. Aber damit man Erich Kästners und Astrid Lindgrens Emils nicht durcheinander bringt,  wurde Emil im Deutschen in Michel umbenannt. „MICHEEEEL“ lässt sich ja auch mindestens genau so gut gut rufen wie Emil. Und das tut sein Papa schließlich besonders gerne, wenn mal wieder einer Michels Pläne schief ging und jemand dabei zu Schaden kam.

Meine Lieblingsgeschichte ist die, als Michel der Magd  Lina dabei helfen will, ihren Zahn zu ziehen: Er setzt sich auf sein Pferd, in der Hand einen Faden der um Idas Zahn gebunden ist und schon galoppiert er davon. Am Ende landet sie dann doch beim Schmied – und Michel im Schuppen.

Den Schuppen gibt es immer noch. Und auch den Katthult Hof. Bis 1970 hieß der Katthult Hof noch Hof Gibberyd. „Ein gewöhnlicher Bauernhof, mit ganz gewöhnlichen Häusern, Tieren und Äckern im idyllischen Småland“, so beschreiben ihn die heutigen Bewohner. Doch dann kam ein Filmteam, das fand, dass der Gibberyd Hof mit seinen Kirschbäumen und dem Flieder perfekt zu Astrid Lindgrens Beschreibung über Michels Zuhause passt.

Nur der Holzschuppen musste für die Dreharbeiten gebaut werden. Die Innenszenen wurden allerdings nicht auf dem Gibberyd Hof gedreht, weil die Häuser zu modern ausgestattet waren. Deshalb baute das Team die Kulissen in der Volkshochschule im nahegelegenen Ort Mariannelund auf.

Nicht nur die Geschichten über Michel wurden weltweit bekannt. Auch der Gibberyd Hof wurde ein bekanntes Ausflugsziel für immer mehr Touristen. Bei gutem Wetter kann man mit einer Pferdekutsche die Umgebung erkunden. Als ich da war hat es leider geregnet, der Ausflug hat sich aber trotzdem gelohnt! Man braucht allerdings unbedingt ein Auto, um den Katthult Hof zu erreichen, weil er sehr weit außerhalb liegt.