Michel aus Lönneberga

„Kinder wollen eine heile Welt, deshalb zeige ich in meinen Büchern, wie sie aussieht.“  – Astrid Lindgren

Eigentlich ist Michel ja gar nicht frech, sondern nur neugierig. Und eigentlich heißt Michel gar nicht Michel, sondern Emil. Aber damit man Erich Kästners und Astrid Lindgrens Emils nicht durcheinander bringt,  wurde Emil im Deutschen in Michel umbenannt. „MICHEEEEL“ lässt sich ja auch mindestens genau so gut gut rufen wie Emil. Und das tut sein Papa schließlich besonders gerne, wenn mal wieder einer Michels Pläne schief ging und jemand dabei zu Schaden kam.

Meine Lieblingsgeschichte ist die, als Michel der Magd  Lina dabei helfen will, ihren Zahn zu ziehen: Er setzt sich auf sein Pferd, in der Hand einen Faden der um Idas Zahn gebunden ist und schon galoppiert er davon. Am Ende landet sie dann doch beim Schmied – und Michel im Schuppen.

Den Schuppen gibt es immer noch. Und auch den Katthult Hof. Bis 1970 hieß der Katthult Hof noch Hof Gibberyd. „Ein gewöhnlicher Bauernhof, mit ganz gewöhnlichen Häusern, Tieren und Äckern im idyllischen Småland“, so beschreiben ihn die heutigen Bewohner. Doch dann kam ein Filmteam, das fand, dass der Gibberyd Hof mit seinen Kirschbäumen und dem Flieder perfekt zu Astrid Lindgrens Beschreibung über Michels Zuhause passt.

Nur der Holzschuppen musste für die Dreharbeiten gebaut werden. Die Innenszenen wurden allerdings nicht auf dem Gibberyd Hof gedreht, weil die Häuser zu modern ausgestattet waren. Deshalb baute das Team die Kulissen in der Volkshochschule im nahegelegenen Ort Mariannelund auf.

Nicht nur die Geschichten über Michel wurden weltweit bekannt. Auch der Gibberyd Hof wurde ein bekanntes Ausflugsziel für immer mehr Touristen. Bei gutem Wetter kann man mit einer Pferdekutsche die Umgebung erkunden. Als ich da war hat es leider geregnet, der Ausflug hat sich aber trotzdem gelohnt! Man braucht allerdings unbedingt ein Auto, um den Katthult Hof zu erreichen, weil er sehr weit außerhalb liegt.