Ein Ausflug ins Nachbarland

Manchmal hat man hier in Jönköping, wo vieles so ist wie in Deutschland, gar nicht richtig das Gefühl, weit weg von Zuhause zu sein. Wie nah wir wirklich an Deutschland sind, wurde uns am Hauptbahnhof in Kopenhagen bewusst – dort stand ein Zug nach Hamburg. Oder als  wir mitten in Malmö das typische Dorffestzelt sahen, das zum Oktoberfest einlädt. Hier in Malmö haben wir einen Kurzurlaub gemacht, von dem wir zwei Tage in Kopenhagen verbracht haben.

In Malmö kann man gut shoppen gehen, und wenn man – anders als wir – Glück mit dem Wetter hat, bestimmt auch entspannte Tage am Strand verbringen. Besonders schön in Malmö ist „Lilla Torg“, der Marktplatz in der Altstadt. Hier findet man viele kleine, authentische Cafés und Restaurants.

Das Beste an Malmö ist meiner Meinung nach aber die schnelle Zugverbindung nach Kopenhagen. Schon verrückt, dass man innerhalb einer Stunde von Schweden in Dänemark ist – und das über eine Brücke, die mitten über das Meer führt. Die rund eine Milliarde Euro teure Öresundsbrücke ermöglicht es Pendlern und Touristen seit dem Jahr 2000, einfach zwischen Malmö und Kopenhagen zu pendeln.

An unserem ersten Tag in Kopenhagen haben wir die Stadt einfach zu Fuß erkundet und sind am Ende über 15 Kilometer gelaufen.

Nyhavn ist zwar der Tourie-Hotspot schlechthin und  das typische Kopenhagen-Postkartenmotiv, aber die alten Boote und vielen bunten Altbauten sind auch einfach schön!

Vom Nyhavn aus sind wir Richtung Amalienborg gelaufen, die Stadtresidenz der Königsfamilie. Zufällig waren wir gerade zur Zeit des Wachwechsels dort, der aber eher unspektakulär war. Also haben wir uns lieber die Marmorkirche angeguckt, die nur wenige Meter vom Schloss entfernt liegt.

Dann sind wir weiter zum Garten des Schloss Rosenborgs gelaufen und haben uns auf dem Weg ein Sandwich gekauft – für umgerechnet 12 Euro… Dagegen ist das Leben ja sogar in Schweden günstig.

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Von da aus ging es dann weiter zum Kastell von Kopenhagen. Die ehemalige Festung ist von einem System von Wassergräben umgeben. Man kann hier schön spazieren gehen und auf den vielen Bänken Pause machen.

Am zweiten Tag in Kopenhagen haben wir uns dann das Schloss Christiansborg angeguckt. Das Schloss ist schon zwei mal durch Brände zerstört worden. Das jetzige dritte Schloss wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, komplett fertiggestellt wurde es erst 1937.  Für umgerechnet rund 16 Euro kann man sich die Stallungen, die ehemalige Küche, die unterirdischen Schlossruinen und einige Palasträume angucken.

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Heute stehen zwar nur noch rund 20 Pferde in den Ställen, aber viele alte prunkvolle Kutschen. Die sind auch heute noch in Betrieb, zum Beispiel wenn die Königin Gäste empfängt.

Besonders schön sind die Räume im Schloss!

Das Venedig des Nordens – Stockholm

Stockholm ist mit rund einer Million Einwohnern nicht nur Schwedens Hauptstadt, sondern auch mit Abstand die größte Stadt. Dementsprechend viel gibt es hier auch zu entdecken. Ich war schon zweimal in Stockholm, aber bin auch nach meinem dritten Besuch wieder begeistert.

Die Bezeichnung „Venedig des Nordens“ trägt Stockholm nicht ohne Grund: rund ein Drittel der Fläche ist Wasser, die Stadt besteht aus 14 Inseln, die über mehr als 50 Brücken miteinander verbunden sind.

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Da kann man auch ruhig mal mitten in der Stadt beim Königspalast angeln. Oder nicht?

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Mitten in der Stadt sind auch viele Anlegestellen für Boote und sogar riesige Kreuzfahrtschiffe machen hier Halt.

Den perfekten Ausblick über Stockholm hat man vom über 100 Meter hohen Turm des „Stadshuset“. Hier werden übrigens auch die Nobelpreise verliehen.

Ganz in der Nähe vom „Stadshuset“ liegt der königliche Palast. Hier lebt die Königsfamilie zwar nicht mehr, aber im Sommer letzten Jahres hat Kronprinz Carl Philipp hier geheiratet.

Nur wenige Meter vom Palast entfernt ist der Reichstag, der auf schwedisch „Riksdagshuset“ heißt. Er wurde zwischen 1897 und 1905 gebaut und sieht dem Schloss so ähnlich, dass ich sie bei meinem ersten Urlaub in Stockholm vertauscht habe.

Vom Regierungszentrum Stockholms dauert es nur wenige Minuten bis man in Stockholms Altstadt „Gamla Stan“ ist. Die Altstadt mit ihren vielen Cafés, engen Gassen und beeindruckenden Altbauten hat mich besonders beeindruckt.

Mitten in der Altstadt steht auf einem Tor in Gold „Fürchtet Gott. Ehret den König“. Auf Deutsch!

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Eine weitere Attraktion ist „Gröna Lund“. Der Freizeitpark liegt direkt am Wasser und Nahe des Zentrums. Für mich persönlich wäre das ja nichts, aber den Kindern scheint es zu gefallen – man hört sie schon von Weitem schreien und lachen.

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Kurz gesagt: einen Städtetrip nach Stockholm kann ich jedem empfehlen. Ich würde sofort ein viertes Mal hin fahren – und würde bestimmt wieder viel Neues und Interessantes entdecken! Von Deutschland ist man auch super schnell und günstig in Schwedens Hauptstadt. Von Bremen aus kann man zum Beispiel mit Ryanair für unter 20 Euro nach Stockholm fliegen.

Schweden wie im Bilderbuch – Ein Tag auf der Insel Vrångö

Die vielen Inseln mitten in der Nordsee, die kleinen roten Häuser und die unglaublich schöne Natur – Auf der Insel Vrångö erlebt man Schweden von der schönsten Seite. Wer in Göteborg ist, sollte unbedingt einen Tagesausflug zu den Schäreninseln vor der Küste machen. Für mich sind sie das Beste, was ich bisher in Schweden gesehen habe!

Vom Stadtzentrum aus kann man ganz einfach innerhalb einer Stunde mit der Straßenbahn oder dem Bus zur Küste fahren. Wir sind zu den südlichen Schäreninseln gefahren, dafür muss man mit der Bahnlinie 11 bis zur Endstation Saltholmen fahren. Von da aus geht es dann mit der Fähre weiter zu den Inseln. Das Ticket, das man in der Bahn für nur drei Euro kaufen kann, ist 90 Minuten gültig und zählt auch als Fahrkarte für die Fähren.

Dann muss man sich für eine der fast 15 Inseln entscheiden, die die Fähren anfahren.Wir sind zur größten südlichsten Insel Vrångö gefahren. Die Fahrt dauert rund eine Stunde. Bei schönem Wetter kann ich nur jedem empfehlen, draußen auf dem Deck zu bleiben. Die Aussicht ist einfach super!

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Das Besondere an den südlichen Schäreninseln ist, dass die Bewohner hier das ganze Jahr leben und keiner von ihnen ein Auto hat. Sie fahren lieber mit kleinen Caddys, wie wir sie vom Golfen kennen, durch die Gegend.

Zwei größere Inseln, Donsö und Styrsö, sind durch eine Brücke verbunden. Ansonsten sind alle mit dem Boot oder eben mit ihren Caddys unterwegs.

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Auf Vrångö angekommen, sind wir einfach Richtung Dorfmitte gelaufen und haben uns an einem kleinen roten Haus auf einem Hügel orientiert. So groß ist die Insel schließlich auch nicht. Ein kleiner, aber wichtiger Tipp an dieser Stelle: Vielleicht sollte man – anders als wir es getan haben – erstmal gucken wann die Schiffe vom Hafen zurückfahren, bevor man die Insel erkundet.

Das rote Haus war lange das sogenannte Lotushaus der Insel. Lotsen halfen Schiffen bei der Ein- und Ausfahrt in den kleinen Hafen der Insel und retteten auch Schiffe in Not. Ihr Beruf galt als besonders hart, da sie auch bei stürmischen Wetter immer draußen beim Hafen sein mussten. 1931 wurden aber letztendlich alle Lotsen von der Insel abgezogen. Doch noch dreißig Jahre lange wurde das Haus von der Zollverwaltung genutzt.

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Heute lohnt sich der Weg zum Lotushaus allein wegen der schönen Aussicht über den Hafen. Von dort aus kann man dann auch einen langen Spaziergang entlang des Ufers machen oder im Naturreservat der Insel quer durch die Heide spazieren.

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Slottskogen – Göteborgs Stadtpark

Wer in Göteborg ist, sollte auch unbedingt in den großen Stadtpark gehen. Der rund 140ha große Park ist nicht weit vom Stadtzentrum entfernt. Seit 1874 können die Göteborger hier ihre Freizeit in der Natur verbringen. Vom Park aus hat man auch eine gute Aussicht über die Stadt und kann auf einer der vielen Bänke in Ruhe Pause machen.
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Das Beste am Park sind die vielen Tiergehege. Mitten in der Stadt hat man hier die Chance, Elche und Rentiere zu sehen.

 

 

Eishockey

Um ehrlich zu sein, finde ich Fußball ziemlich langweilig. Und Handball. Und Basketball. Aber zum Glück gibt es Eishockey. Und zum Glück sind die Schweden darin besonders gut!

Wer in Schweden ist, sollte sich unbedingt ein Spiel angucken. Ich war schon allein davon beeindruckt, wie schnell die Spieler auf Schlittschuhen laufen können. Und während sie schon dem Puck nach einem verfehlten Schuss aufs Tor hinterher jagen, musste ich ihn erstmal suchen, so schnell läuft das Spiel.

Und im Gegensatz zum Fußball, findet man beim Eishockey noch echte Männer. Da ist es egal, wie hart man gegen die Bande knallt – das Spiel geht weiter, und wird nicht wie beim Fußball erstmal für eine fünfminütige, oscarwürdige Schmerzinszenierung unterbrochen.

Wir waren beim Spiel HV71 gegen Frölunda HC. Leider hat die HV71-Mannschaft knapp mit einem Endergebnis von 2:3 verloren, aber es war dadurch besonders in den letzten Minuten richtig spannend!

 

Mitten im See – die Insel Visingsö

Wer Schwedens schöne unberührte Natur erleben will, sollte unbedingt einen Tag auf der Insel Visingsö verbringen. Von Jönköping aus fährt man rund eine Stunde mit dem Bus nach Gränna. Allein die Fahrt wäre schon einen Ausflug wert, weil man direkt am See lang vorbei an vielen Apfelplantagen fährt.

Die Fahrt mit der Fähre von Gränna aus dauert dann nochmal rund eine halbe Stunde. Pro Fahrt zahlt man nur 2,50 Euro.

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Visingsö ist mit rund 25 Quadratkilometern die größte Insel im Vätternsee. Am Bekanntesten ist die Burgruine auf Visingsö, die nur wenige Meter vom Anleger entfernt ist. Die Burg wurde von 1573 bis 1662 gebaut. Ab 1715 wurden hier unter König Karl XI die Kriegsgefangenen eingesperrt. Aber schon drei Jahre später wurde die Burg durch einen Großbrand komplett zerstört, angeblich haben die Gefangenen selbst das Feuer gelegt.

Vorbei am Schloss kann man durch den Wald direkt am Wasser lang gehen – Visingsö ist der perfekte Ort für einen sonnigen Herbstspaziergang!

Besonders schön sind die vielen alten Bootshäuser. Dort erlebt man Schweden, wie Astrid Lindgren es in ihren Büchern beschreibt.

Eine Sauna direkt am Wasser: Auf Visingsö würde ich sofort Urlaub machen!dsc_1672

 

 

 

 

Frohen Kanelbullens Tag!

Eine kleine Pause am Tag mit Kaffee, süßen Gebäcken oder Sandwiches – die Schweden haben dafür ein eigenes Wort: Fika. Fika kann man sogar als Verb benutzen, so heißt „Vill du fika?“ im Deutschen so viel wie: „Willst du einen Kaffee trinken und eine Kleinigkeit essen?“

Besonders beliebt zur Fika sind in Schweden Kanelbullar. Für die leckeren Zimtschnecken ist Schweden ja auch weltweit bekannt. Die Schweden lieben ihre Kanelbullar so sehr, dass sie das Traditionsgebäck jedes Jahr am vierten Oktober feiern.

Also: Frohen Kanelbullens Tag!